Pressemitteilung —
Staatliche Förderung für die Elektrifizierung des Emaillebrennofens am BSH-Standort Traunreut
- Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt Neuinstallation mit bis zu 1,5 Millionen Euro
- Nachhaltige Integration des Brennofens in die werkseigene Energieinfrastruktur mit Biomasseheizkraftwerk und Photovoltaikanlagen
- Dynamische und vorausschauende Steuerung mit Strommarktdaten der Strommarktbörse
Traunreut, 05. Mai 2026 (BSH) – Die BSH Hausgeräte GmbH stärkt nachhaltig ihre Innovationskraft am Standort Traunreut und investiert in einen elektrisch betriebenen Emaillebrennofen, der mit bis zu 1,5 Mio. Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert wird. Der neue Ofen wird mit Day-Ahead-Strommarktdaten gesteuert und ist ein echtes Pionierprojekt in der deutschen Hausgerätebranche. Mit dem Projekt setzt die BSH einen wichtigen Schritt zur weiteren Modernisierung der Fertigung und zur Verringerung der CO2‑Emissionen am Standort.
Die Erneuerung des Emaillebrennofens mit einem Volumen von rund fünf Millionen Euro ist eines der größten Investitionsprojekte der BSH Traunreut der letzten Jahre. Er wird benötigt, um die Schutzschicht eines Backofens aus Emaille, einem Glas-Eisen-Gemisch, in den Ofen einzubrennen. Das ist ein sehr energieintensiver Prozess, bei dem Temperaturen von über 800 Grad Celsius erreicht werden. Das Investment stärkt nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts, sondern zeigt auch eindrucksvoll, wie Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit miteinander verbunden werden können.
„Die Förderung durch das Bundeswirtschaftsministerium ist eine Bestätigung unserer technischen und wirtschaftlichen Innovationskraft und unterstreicht den Pioniergeist der BSH, da die Nutzung dynamischer Strommarktdaten bislang einzigartig in der Hausgeräteindustrie ist“, so Mitglied der BSH-Geschäftsführung und Chief Operating Officer Lars Schubert.
Der neue, elektrische Emaillebrennofen soll primär mit erneuerbarem Strom betrieben und in die besondere Energieinfrastruktur des Traunreuter Standorts eingebunden werden. Seit 2024 betreibt die BSH eigenständig ein Biomasseheizkraftwerk auf dem Traunreuter Werksgelände, um ökonomisch und ökologisch sinnvoll eine nachhaltige Wärme- und Stromversorgung zu gewährleisten. Der neue Brennofen wird überwiegend selbsterzeugten Strom aus dem werkseigenen Biomasseheizkraftwerk nutzen und anhand von dynamischen Day‑Ahead‑Strommarktdaten gesteuert werden können.
Produktion und Stromverfügbarkeit können dann künftig so gekoppelt werden, dass der neue Brennofen zur Netzstabilität beiträgt – optimalerweise, indem die Anlage bei geringer Netzauslastung und niedrigeren Marktpreisen unter Volllast genutzt und bei stärkerer Netzauslastung und höheren Preisen gedrosselt wird. „Solch ein elektrischer Emaillebrennofen existiert gegenwärtig in der deutschen Hausgeräteindustrie bisher noch nicht“, erklärt Standortleiterin Susanne Trojer. „Damit tätigen wir eine zukunftsweisende Investition in den BSH-Standort Traunreut. Wir implementieren eine hochmoderne Technologie, die – insbesondere im Verbund mit unserem Biomasseheizkraftwerk – einen weiteren, wichtigen Baustein unserer Nachhaltigkeitsbemühungen darstellt.“
Dadurch erwartet die BSH eine Verringerung des Energieeinsatzes um etwa zehn Prozent, eine Reduktion des werksweiten Erdgasverbrauchs um rund 40 Prozent sowie Einsparungen von mehr als 550 Tonnen CO2 pro Jahr. Für den Prozessschritt der Emaillierung werden die CO2-Emissionen so um über 90 Prozent gesenkt.
Durch den neuen Brennofen ändern sich auch die Anforderungen für Produktion, Energieplanung und Instandhaltung: Die Produktionsplanung wird flexibler und stärker marktorientiert, während Instandhaltung und Steuerungstechnik neue Qualifikationen erfordern. Die BSH wird ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern daher gezielte Schulungsangebote machen, um sich mit den neuen Betriebsabläufen vertraut machen können.
Umgesetzt wird das Vorhaben voraussichtlich im Spätsommer 2027.
Bilder
Hausgeräte unter den Marken
BOSCH und die Bildmarke sind registrierte Marken der Robert Bosch GmbH, Stuttgart.
Die BSH Gruppe ist eine Markenlizenznehmerin der Siemens AG.